Soirée 2025

Einmal das Philharmonische Orchester dirigieren …

Bei der Freundeskreis-Soirée konnten witzige Events ersteigert werden – Benefiz-Veranstaltung brachte über 5000 Euro ein.

Spanien stand im Mittelpunkt der zweiten Freundeskreis-Soirée des Heidelberger Theaters. Nicht nur Mitglieder hieß Vorsitzender Joachim Gerner im Alten Saal willkommen. Die Begeisterung über das Programm, das kulinarische Angebot und die witzigen Aktivitäten, die sich ersteigern ließen, einte alle. Die Benefizveranstaltung zugunsten der Theaterarbeit brachte über 5000 Euro ein, wie Peter Abelmann zum Schluss am Computertisch zusammenzählte.

Zeichenstunde mit den Profis aus dem Malersaal? Privatführungen mit dem Technischen Direktor Peer Rudolph? Ein Abend- oder Karnevalsmakeup von den Maskenbildnerinnen? Ja, bitte! Eine Gesangsstunde mit Kammersänger Winni Mikus etwa lässt sich ein Fan 200 Euro kosten, die Sopranistin Theresa Immerz konnte hier mit 305 Euro für die Stunde punkten. Von Schauspielerin Nicole Averkamp gibt es ein Sprechcoaching für 210 Euro. Zwei Tickets für das erste Konzert des Philharmonischen Orchesters in der renovierten Stadthalle inklusive Sekt mit Generalmusikdirektor Mino Marani waren zum Schluss 500 Euro wert. Für die Zeit bis zur Eröffnung waren exklusive Baustellführungen zu ersteigern.

Und schließlich wird ein Freundeskreismitglied das Wagnis eingehen, das Orchester zehn Minuten lang bei einer Probe zu dirigieren. Ob die Musiker ihm da folgen werden, wenn er schon 230 Euro für das Vergnügen mit ihnen bezahlt? Auch der nächste Kindergeburtstag für eine Familie in Wiesenbach ist gebongt: Großeltern ersteigerten das Event mit Theaterbesuch und Treffen mit den Darstellern samt Kakao und Kuchen in der Kantine für 255 Euro.

Intendant Holger Schultze pushte die Gäste zwischendurch zu höheren Einsätzen. Ein Probentag mit ihm bei „Achtsam morden“, dem Stück für den Dicken Turm der Schlossfestspiele im Sommer, schien ihm mit 150 Euro unterbezahlt. „Ich bin teurer“, lachte er und trieb die Angebote dann doch auf 280 Euro. Wer schon immer hinter die Kulissen einer Vorstellung schauen wollte, kann jetzt bei einer Abendspielleitung vor einer Vorstellung von „König Lear“ mitlaufen: „Da ist viel mehr Chaos hinter der Bühne als auf der Bühne“, lautete die Ansage. Zwei Tickets sind natürlich auch drin.

Das Programm der Künstler, von Leon Spiegelberg moderiert und von Hanna Klose am Flügel begleitet, konnte sich sehen und hören lassen.  Es begann mit der Habanera aus „Carmen“   vom Streichquartett und endete mit einer Interpretation von Freddy Mercurys „Barcelona“ von Indre Pelakauskaite und Joao Terleira. Tanztheater-Chef Iván Pérez zeigte sich als toller Flamenco-Tänzer, und Tobias Joch und Niklas Schurz schürten mit ihrem Stepptanz die Vorfreude auf die Premiere des Musicals „Singing‘ in the Rain“. Erstmals zu hören war die neue Mezzosopranistin des Theaters, die Kalifornierin Amber Fasquelle, und Charlotte Katzer als Gast   steuerte den Musical-Gesang bei.

Text: RNZ v. 11.03.2025, Birgit Sommer

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